Interview

 

Donnerstag, 22. Juli 2010

Ein Interview mit der Nationalspielerin Inka Wesely (19 J.)

Die Kinderreporter vom Kinderrathaus befragen Inka Wesely Die drei Kinderrathaus-Kinderreporter Mia, Leonie und Lasse der Brüder-Grimm-Grundschule haben die 19jährige deutsche U-20-Nationalspielerin Inka Wesely für euch interviewt. Hier ist das Ergebnis:

 

+++ DER WEG ZUR FUßBALLERIN +++

 

Frau Wesely, wie sind Sie denn zum Fußball gekommen?

Als ich im Kindergarten war, gab es bei uns im Dorf ein Angebot bei den "Bambinis", den ganz kleinen Kickern. Das hat mir so viel Spaß gemacht, da bin ich direkt dabei geblieben.

 

Wie alt waren Sie als Sie das erste Mal auf dem Platz standen?

Mit 5 war das ungefähr, in dem Alter habe ich angefangen bei den Bambinis zu spielen. Und vorher, als ich noch jünger war, habe ich schon immer im Garten gespielt - eigentlich seit dem ich laufen konnte, und auch immer lieber mit dem Ball am Fuß als in der Hand.

 

Hatten Sie Unterstützung von Ihrer Familie?

Ja, auf jeden Fall. Von vornherein hat meine Familie gesagt 'Wenn du gerne spielen möchtest, dann geh zum Training!', Meine Familie war da gar nicht abgeneigt gegenüber, auch wenn ich das einzige Mädel am Anfang war, sie stand immer hinter mir, habe mich unterstützt.

 

Was begeistert Sie am Fußball?

Erst mal begeistert mich Fußball, weil es eine Mannschaftssportart ist, bei der man immer für die Mannschaft kämpft! Und dann, dass man, egal auf welcher Position man spielt (wenn man nicht gerade im Tor steht), auch nach vorne gehen kann, Tore schießen kann, Erfolg innerhalb der Mannschaft hat.

 

Bei welchem Verein haben Sie begonnen?

Ja, das war bei mir im Dorf der SV Ginderich. Also ein ganz kleiner Verein, bei dem ich mit dem Kicken angefangen habe, denn nur etwa 2000 Leute wohnen in Ginderich.

 

+++ DIE U20 NATIONALMANNSCHAFT +++

 

Wie sind Sie zur Nationalmannschaft gekommen?

Als Fußballerin kann man im Laufe der Jahre jeweils weiterkommen, zum Beispiel von der Dorfmannschaft in die Kreisauswahl aufsteigen, und dann geht es immer weiter. Als ich 15 Jahre alt war, fand ein Turnier statt, bei dem aus ganz Deutschland Spielerinnen dabei waren, das nennt sich "Länderpokal". Beim Länderpokal wurden die besten Spielerinnen herausgesucht. Und so kam ich dann zur Nationalmannschaft.

 

Wie viel trainieren Sie?

Ja, wir trainieren jeden Tag im Verein, und dann zwei Mal die Woche auch zwei Mal am Tag, vormittags oder früh am Mittag und dann nochmal abends. Und im Trainingslager mit der Nationalmannschaft trainieren wir auch zwei Mal am Tag, immer so 1,5 bis 3 Stunden.

 

Was macht man im Training?

Das ist unterschiedlich. Manchmal machen wir Torschussbereich oder Abwehrverhalten, eins gegen eins, das man den Gegner ausspielen muss und dann zum Torabschluss kommt. Ein anderes Mal trainieren wir schnelles Rennen, Sprinten und auch mal Ausdauerlaufen.

 

Müssen Sie sich als Spielerin besonders ernähren?

Ja, auf jeden Fall! Es gehört dazu, dass man darauf achtet, dass man sich nicht nur Pommes von McDonalds oder Currywurst reinhaut. Mal ein Eis ist natürlich auch ok, aber man achtet schon darauf, dass man viel Obst und Gemüse isst, gesunde Kohlenhydrate zu sich nimmt.

 

Planen Sie, Ihren Verein zu wechseln?

Ja, ich werde zu dieser Saison wechseln. Ich war bisher in Essen und werde jetzt nach Potsdam gehen.

 

+++ DIE U 20-WELTMEISTERSCHAFT +++

 

Was ist es für ein Gefühl, für die U 20-Nationalmannschaft zu spielen?

Ja, das ist natürlich ganz toll! Allein schon die WM im eigenen Land vor ganz vielen Zuschauern. Meine Familie wird natürlich auch da sein bei den Spielen. Ich bin halt auch stolz, dabei zu sein.

 

Teilen Sie sich bei der Nationalmannschaft ein Zimmer?

Ja, immer zwei Spielerinnen sind zusammen auf einem Zimmer. Mein Zimmer teile ich mit Rabea.

 

Wie ist die Stimmung im Team?

Die Stimmung vor und auch bei einer WM ist natürlich sehr gut, wir haben alle Spaß am Training und sind hochkonzentriert. Und neben dem Platz sind natürlich auch immer alle beisammen und haben gemeinsam unseren Spaß.

 

Welche der teilnehmenden Mannschaften wird schwierig zu besiegen?

Ich denke die USA ist auch ein Favorit im ganzen Turnier und auch Japan ist sehr stark. Das wird man dann sehen im Turnier, ob man die schlagen kann.

 

Wie unterscheidet sich Ihrer Meinung nach der Fußball von Frauen und Männern?

Ich glaube, der Frauenfußball legt noch mehr Wert auf Technik und Taktik, und er ist nicht ganz so körperbetont wie bei den Männern. Bei den Herren ist das Spiel aggressiver und einen Tick weit schneller und athletischer.

 

Worauf freuen Sie sich am meisten bei der WM?

Am meisten natürlich auf die Spiele, auf hoffentlich volle Stadien und viele Zuschauer.

 

Welche Chancen rechnen Sie sich mit Ihrem Team, dem deutschen U-20-Team, bei der WM aus?

Ich glaube, wir können weit kommen. Wir haben in den Testspielen gezeigt, dass wir selbst gegen gute Gegner wie die USA bestehen können. Die sind die Leistungsspitze, in der Vergangenheit haben wir uns gegen die USA schwer getan, da sie immer athletischer und einen Tick schneller waren. Aber wir haben uns innerhalb der Mannschaft so gut entwickelt, dass wir sie auch schlagen können. Deshalb glaube ich, wir können sehr weit kommen. Auch hier vor eigenem Publikum, da ist man immer noch einen Tick mehr motiviert.

 

Mit welcher Rückennummer spielen Sie?

Mit der 14.

 

+++ INKA WESELY PRIVAT +++

 

Welche Musik hören Sie gern?

Das ist eine gute Frage. Ich höre eigentlich vieles gerne, das was so aktuell ist und in den Charts läuft. Auch deutsche Musik, es kommt darauf an was, Musik von Lena zum Beispiel mag ich.

 

Was ist Ihr Lieblingsgericht?

Ich esse vieles gern, am liebsten wenn meine Mutter selber kocht: Erbsensuppe oder Kartoffelpüree. *lacht*

 

Bleibt Ihnen genug Zeit für die Schule?

Ja, schon, es reicht. Es ist halt nicht viel Zeit, aber ich bin jetzt auch fertig mit der Schule, habe mein Abi geschafft. Es waren eigentlich immer so ein bis zwei Stunden am Tag, an denen man noch etwas für die Schule machen konnte.

 

Bleibt Ihnen Zeit für Freunde?

Wenig, aber man hat auch viele Freunde beim Sport, beim Fußball, mit denen man nach oder vor dem Training was macht. Und die anderen sieht man dann halt in der Schule oder nach der Schule, aber es ist wenig Zeit, weil wir viel trainieren.

 

+++ SO DIES UND DAS +++

 

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Für die Zukunft, ja, dass wir im Sport erfolgreich sind mit der Mannschaft bei der WM und verletzungsfrei bleiben. Und für mich selber: Ich war ja verletzt. Daher wünsche ich mir, dass ich nach meiner Verletzung jetzt wieder richtig fit werde und weiter bei der Nationalmannschaft dabei bin.

 

Welche Tipps können Sie speziell Mädchen mit auf den Weg geben, wenn sie selbst Fußball im Verein spielen wollen?

Man muss immer Spaß am Sport haben. Man darf nie zum Training gehen und denken "Oah, nicht schon wieder da, mit denen..." Also, man muss sich in der Mannschaft wohl fühlen, gerne am Ball spielen, fleißig sein, viel trainieren, immer ein bisschen mehr machen als die anderen und dann kommt man weiter nach oben.

 

Nutzen Sie eigentlich das Internet?

Ja, ich nutze es eigentlich viel: Allgemein um mir Informationen zu holen auf den einzelnen Seiten, oder auch mal um Musik zu hören, oder um mit Freunden in Kontakt zu bleiben über Chats oder ICQ.

 

Die drei JungreporterDann hoffen wir, dass Sie auch einmal den Sportspatzen besuchen, um Ihr Interview nachzulesen ;-)

 

Viel Erfolg und Glück für die WM

wünschen Ihnen

 

die Kinderreporter Lasse, Mia und Leonie

(Brüder-Grimm-Grundschule)

 

 

wow, cool...

...jetzt seid ihr - sind wir - weltmeisterinnen ;)