Gehen

Das Gehen zählt zu den weniger beliebten Sportarten der Leichtathletik. Die Besonderheit beim Gehen besteht im Vergleich zu den Laufdisziplinen darin, dass der Geher die ganze Zeit mit einem Fuß Kontakt zum Boden hat.

 

Geburtsstunde des Gehens

Das Gehen über längere Entfernungen und nach Zeit (im Gegensatz zum Wandern oder Walken) ist vor allem in England lange Zeit beliebt gewesen. Schon im Mittelalter gab es hier erste Geh-Wettbewerbe. Im 18. Jahrhundert waren die so genannten Fußmärsche über mehrere Tage bei der englischen Bevölkerung sehr beliebt.

Die Geh-Bewegung schwappte Ende des 19. Jahrhunderts auch auf das europäische Festland über. Kein Wunder, dass es auch zu den olympischen Disziplinen gehört: Seit 1932 ist das 50-km-Gehen, seit das 20-km-Gehen olympisch.

 

Der Lauf

Der Lauf sieht beim Gehen ein wenig gestelzt aus, weil während dieses Fortbewegungsprozesses der Bodenkontakt mit den Füßen gewahrt bleiben muss! Wenn man einen Geher beobachtet, fällt außerdem auf, dass er scheinbar übertrieben stark mit dem Hintern wackelt.

Doch auch das kommt durch das starke Verhaften der Fußsohlen am Boden. Der Geher muss nämlich mit gestrecktem Bein laufen und den Oberkörper gerade halten. Die schnelle Bewegung wird mit Hilfe der Hüftgelenke kompensiert.

Bei der olympischen Disziplin Gehen ist das kurzzeitige Abheben beider Sohlen vom Boden sogar verboten. Falls ein Geher trotzdem in einen Laufschritt verfällt, wird er sofort disqualifiziert. Beim Gehen wird das Kreiskauf- und Atemsystem nicht so stark beansprucht wie beim Laufen, deswegen sind die Gehstrecken im Laufe der Zeit zu längeren Strecken als Laufstrecken entwickelt.

Trotzdem zählt auch das Gehen zu den Ausdauersportarten. Die Laufstrecke da man im Gehen viel größere Strecken zurücklegen kann, als im Laufen, sind die Gehdistanzen im Vergleich zu Laufdistanzen häufig länger.

Bei den olympischen Spielen sind die 50 km und die 20 km Gehstrecken üblich. Während die 20-km-Strecken auf Straßen und Bahnen im Stadion liegen können, verlaufen die 50-km-Strecken meistens hauptsächlich auf Straßen.

 

Rekorde im Gehen

Den Weltrekord im 20-km-Gehen der Männer hält Sergey Morozov aus Russland mit 1 Stunde,16 Sekunden und 43 Sekunden, bei den Frauen die ebenfalls aus Russland stammende Olimpiada Wladimirowna Iwanowa, die 1 Stunde, 24 Minuten und 50 Sekunden ging. Das entspricht immerhin einer Geschwindigkeit von etwa 13,30 km/h. Auch bei den 50-km-Strecken haben die Russen die Nase vorn: Schnellster Läufer ist Denis Gennadjewitsch Nischegorodow, der 3:34:14 Stunden lief. Frauen nehmen nur an den 20-km-Gehwettbewerben teil.