Weitsprung

Der Weitsprung ist eine der Sprungdisziplinen der Leichtathletik, bei der der Sportler nach einem kurzem Anlauf versucht, so weit wie möglich zu springen. Um Verletzungen vorzubeugen, landet er in einer sandgefülltem Sprunggrube.

 

Geburtsstunde des Weitsprungs

Schon bei den alten Griechen war der Weitsprung Teil der olympischen Spiele – genauer gesagt Teil des antiken Fünfkampfes. Und schon damals sprang er Sportler in ein Feld mit aufgelockerter Erde, um die Verletzungsgefahr einzudämmen. Man nimmt aber an, dass der Sportler damals noch aus dem Stand sprang und mit zusätzlichen Gewichten beladen war.

Doch nicht nur in Europa, auch in Asien war der Weitsprung im Altertum eine beliebte Sportart. Hier sprang man allerdings nicht mit ausgestrecktem Bein, sondern zog die Fersen zum Hintern. Seit Beginn der olympischen Spiele der Neuzeit 1896 gehört diese Disziplin fest zum olympischen Repertoire, für die Frauen war es erst 1948 soweit.

 

Der Sprung

Beim Weitsprung gibt es mehrere Phasen: In der Anlaufphase wird der Springer im Lauf bis zum Absprung immer schneller. Kurz vor dem Sprung, in der Phase der Sprungvorbereitung, lehnt er den Oberkörper etwas nach hinten und seine Schritte werden länger. Beim Absprung tritt er dann mit der gesamten Fußsohle auf und drückt sich kraftvoll ab. In der anschließenden Flugphase werden beim Sprung die Beine so bewegt, als würde man in der Luft laufen. Die Hüfte drückt man dabei nach vorn.

Richtige Leistungssportler springen in der Flugsprungtechnik: Sie ziehen im Flug das Absprungbein ganz nach vorn zum anderem Bein, dem Schwungbein. Zum Schluss landet der Springer in der mit Sand gefüllten Sprunggrube. Dabei muss er seinen Körper ganz weit nach vorn schieben, um nicht mit dem Hintern in den Sand zu fallen und damit seine Weite zu verkürzen. Beim Wettkampf hat jeder Sportler drei Versuche.

Die besten Acht qualifizieren sich und haben dann noch einmal jeweils drei Sprünge. Ausnahme: Wenn nur acht Wettkämpfer teilnehmen, haben alle sechs Versuche. Eine zeitlang war das Saltospringen, also das Einbauen eines Saltos während des Sprungs, sehr beliebt. Mittlerweile ist das aber bei der IAAF verboten, denn es gab bei dieser Methode zu viele Rückrad- und Wirbelverletzungen.

 

Die Sprungstrecke

Der Springer hat einen Anlaufweg, der mindestens 40 Metern lang ist. 1,22 Meter ist die Anlaufstrecke breit. Bei Springerinnen ist die Strecke mit 30 Metern etwas kürzer. Am Ende des Anlaufweges vor der Sprunglatte befindet sich die Absprunglinie. Die darf nicht übertreten werden, sonst wird der Sprung als Fehlversuch gewertet.

Der Abstand zwischen ihr und der Sandgrube liegt zwischen einem und drei Metern. Mittlerweile gibt es Einlegeblätter mit einer elastischen Plastilinmasse, die man direkt hinter das Absprungbrett legt. So kann man jeden Übertritt deutlich als Fußabdruck erkennen. Die Sandgrube muss mindestens 10 Meter lang und zwischen 2,75 und 3 Metern breit sein.

Rekorde im Weitsprung

Am weitesten sprang 1991 der Amerikaner Mike Powell mit 8 Metern und 95 Zentimetern. Bei den Frauen war es die Russin Galina Tschistjakowa mit sieben Metern und 52 Zentimetern.