Rhytmische Sportgymnastik

Die rhythmische Sportgymnastik gehört zum Turnen und wird nur von Mädchen und Frauen trainiert. Dabei bewegt man sich ohne oder mit Handgerät (Ball, Seil, Band, Keulen oder Reifen) im Rhythmus zu einer bestimmten Musik und vollführt dabei akrobatische Übungen.

Geburtsstunde der rhythmischen Sportgymnastik

Die rhythmische Sportgymnastik zählt zu den jüngeren Sportarten. Vermutlich, weil sie nur von jungen Mädchen und Frauen durchgeführt wird, denen es ja zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch verboten war öffentlich Sport zu treiben oder zu turnen. Die ersten Wettkämpfe fanden daher erst nach dem zweiten Weltkrieg in Russland statt. Erst 1963 gab es die erste Weltmeisterschaft in Budapest. Und erst 1984 wurde die rhythmische Sportgymnastik bei den olympischen Disziplinen aufgenommen.

Von rhythmischer Sportgymnastik spricht man seit 1977, seit 1998 kann man auch einfach nur rhythmische Gymnastik sagen. Die Technik Diese Sportart wurde bisher nur von Mädchen und Frauen ausgeführt. Erst seit einigen Jahren gibt es auch einige wenige Männer und Jungen, die sich dieser Sportart nähern. Allerdings finden für die keine Wettbewerbe statt.

Es gibt fünf Handgeräte, mit denen man turnen kann: Ball, Keulen, Reifen, Band oder Seil. Jüngere Mädchen können auch noch ohne Handgerät turnen. Wichtig ist die Musik, mit der man eine Übung untermalt. Mit ihrer Hilfe will man einer Übung besondere Ausdrucksstärke verleihen. Deshalb sollte sie unbedingt zu den Übungselementen und deren Anordnung passen. Übungselemente kommen aus den Bereichen Sprung, Stände, Beweglichkeitselemente oder Pirouetten und es gibt mehrere Schwierigkeitsstufen. Ganz wichtig sind die Körperhaltung und der Ausdruck, sowie der perfekte Umgang mit dem Gerät. Nicht umsonst zählt die rhythmische Gymnastik zu den schönsten aber auch zu den schwersten Disziplinen im Sport.

Die Geräte

Der Ball besitzt einen Durchmesser von 18-20cm, ist mindestens 400g schwer und muss aus Gummi oder einem elastischen Kunststoff bestehen. Das besondere an diesem Handgerät ist, dass man es nicht mit der Hand greifen, sondern nur rollen, werfen oder führen darf.

Das Band muss mindestens 6 Meter lang und aus Satin oder einem ähnlichen Stoff sein. Es ist an einem Stab befestigt, mit dessen Hilfe man das Band führen kann. Das besondere am Band ist, dass man mit ihm Figuren im Raum zeichnen kann. Man verwendet zwei Keulen, die entweder aus Holz oder einem Kunststoff bestehen und die 40-50 cm lang sind. Sie dürfen nicht mehr als 150g wiegen. Mit den beiden Keulen kann man ausgezeichnet Figuren werfen.

Der Reifen ist ebenfalls aus Holz oder Plastik, hat einen Durchmesser von 80 bis 90cm und ein Gewicht von mindestens 300g. Besondere Elemente sind die Passagen, das Rollen, das Werfen oder das Drehen.

Das Seil besteht aus Synthetikfaser oder Hanf. Seine Länge richtet sich nach der Größe der Gymnastin. Seine Enden dürfen keine Griffe, sondern nur Knoten haben. Das Seil kann straff oder lose geführt werden – meistens sind Übungen mit dem Seil schneller und dynamischer als die mit den anderen Handgeräten.

Die Wettkampfbedingungen Rhythmische Sportgymnastik-Übungen turnt man auf einer 13 mal 13 Meter großen Matte. Die darf während der Übung nicht verlassen werden, sonst werden im Wettkampf Punkte abgezogen. Die Übungen können von einer, aber auch von mehreren Personen geturnt werden – bei einer Person dauert eine Kür eine bis eineinhalb Minuten, bei zwei und mehr Personen bis zu zweieinhalb Minuten.

Bewertet werden die Bereiche Technik und künstlerische Ausführung mit maximal je 10 Punkten. Das heißt, für jeden Fehler wird von den 10 Punkten etwas abgezogen.