Hürdenlauf

Der Hürdenlauf gehört zu den anspruchvollsten Sportarten der Leichtathletik. Hier ist nicht nur Schnelligkeit, sondern auch Kraft und Koordination gefragt! Der Sportler muss auf einer Sprintstrecke von maximal 400 Metern mehrere Hürden überspringen. Da dies während des Laufens geschieht, zählt auch der Hürdenlauf zu den Laufdisziplinen.

Geburtsstunde des Hürdenlaufs

Die ersten Hürdenläufe fanden zu Beginn des 19. Jahrhunderts in England statt. Man stellte Holzbarrieren auf der normalen Laufstrecke auf, über die die Läufer im Lauf springen mussten. Die Hürden waren damals noch sehr standfest und schwer, so dass sich die Läufer leicht verletzen konnten. Erst später wurden dann Hürden in T-Form und noch später in L-Form eingesetzt.

Diese ließen sich nicht nur einfacher nach vorn umstoßen, sie waren auch leichter und schmaler als ihre sperrigen Vorläufer.

Der Hürdenlauf gehört zu den Leichathletik-Disziplinen, die seit Neueröffnung 1896 fest zum Repertoire der olympischen Spiele dazu gehören.

 

Der Lauf

Im Gegensatz zu den klassischen Laufsportarten ist man beim Hürdenlauf gezwungen, in einem bestimmten Rhythmus zu laufen, um die Hürden gut überspringen zu können.

Wie beim Sprint startet der Läufer im Tiefstart mit Hilfe eines Startblocks. Der Läufer muss über die Hürden hinweg springen. Dabei dürfen Hürden umfallen, wenn sie nicht absichtlich umgerissen werden. Läuft er aber um die Hürden herum, wird er disqualifiziert.

Der Hürdenläufer „überlauft“ die Hürden. Dazu reißt er das eine Bein (Schwungbein) nach vorn und gleichzeitig nach oben. Mit dem anderen Bein stößt er sich vom Boden ab (das Abdruckbein). Im Sprung zieht er es dann nach oben und spreizt es seitlich ab, damit die Hürde nicht berührt wird. Die Knie sind gebeugt. Zur Unterstützung nimmt der Läufer auch die Arme zu Hilfe: Der Führungsarm, der dem Schwungbein gegenüberliegt, wird ebenfalls nach vorn gestreckt, um die Sprungbewegung zu unterstützen.

Auf der anderen Seite der Hürde landet der Sportler dann auf dem Schwungbein. Das Absprungbein wird - sobald es an der Hürde vorbei ist - wieder „ausgeklappt“.

Da die meisten Menschen nur ein Sprungbein haben, so wie sie Rechts- oder Linkshänder sind, müssen sich die Hürdenläufer die Strecke genau einteilen (rhythmisieren), um vor der Hürde mit dem richtigen Bein abzuspringen.

 

Die Laufstrecke

Weil der Hürdenlauf eine Kombination aus sehr schnellem Sprint und Sprungsabläufen ist, sind die Hürdenlaufdistanzen gering. Die Höhe der Hürden hängen vom Geschlecht und der Streckenlänge ab.

Es gibt 3 offizielle Hürdenstrecken: Sie liegen bei 100 Metern für Frauen und 110 Metern für Männer und 400 Metern für Männer und Frauen. Der 200-Meter-Lauf wurde 1960 offiziell abgeschafft. Für Jugendliche bis 15 Jahren gibt es kürzere Strecken: 60-Meter und 80-Meter-Läufe.

Auf allen Strecken stehen je 10 Hürden. Für Frauen sind sie auf 100 Meter 84 Zentimeter hoch, für Männer bei 110 Meter Streckenlänge 1,067 Meter. Auf 400 Metern sind die Hürden niedriger: Für Männer 91,4 Zentimeter und für Frauen 76,2 Zentimeter.