Speerwurf

Das Speerwerfen zählt zu den alten vier olympischen Wurf- und Stoßdisziplinen der Leichtathletik. Man wirft dabei mit gestrecktem Arm einen Speer auf einen kreisförmigen Ausschnitt.

 

Geburtsstunde des Speerwurfs

Wie die viele andere Sportarten hat sich der Speerwurf aus einer ursprünglichen überlebensnotwendigen Tätigkeit des Menschen entwickelt: Es ist eine sehr alte Jagdwaffe.

Seit den olympischen Spielen des Altertums wurden Speerwürfe während des antiken Fünfkampfes als Wettkämpfe ausgetragen. Damals hatten die Speere jedoch zusätzlich Schnüre in ihren Enden, die den Speer in seiner Flugbahn ruhig hielten und stabilisierten.

Später geriet diese Sportart in Vergessenheit und wurde erst im 19. Jahrhundert wieder in Skandinavien bekannt. Kein Wunder, dass auch diese Disziplin 1906 wieder für Männer bei den olympischen Spielen aufgenommen wurde.

Bei den Frauen dauerte es etwas länger: Für sie begann der olympische Wettkampf im Speerwerfen erst 1932. Bis 1906 war noch das Freistil-Speerwerfen erlaubt, später wurde nach Vorbild des berühmten schwedischen Leichtathleten Eric Lemming geworfen.

Das Wurfinstrument und das Wurffeld

Der Speer wird heute aus Holz, Metall, Carbon oder einer Mischung dieser Materialen hergestellt. Er hat die Form eines sich an beiden Enden zu einer Spitze zulaufenden dünnen Stabes. Die Spitze ist aus Eisen.

Bei Männern ist der Speer 2,70 bis 2,80 Meter lang und 800 Gramm schwer. Bei den Frauen ist er nur 2,20 bis 2,30 Meter lang und wiegt 600 Gramm. Das Wurffeld ist ein Kreisausschnitt mit einem Winkel von 29°, der 95 Meter weit ist. Abgeworfen wird von einem 4 Meter langen bogenförmigen Abwurfbalken, den der Werfer nicht berühren oder betreten darf.

Beim Wettkampf hat jeder Werfer zunächst drei Würfe. Die acht besten Werfer haben dann weitere drei Versuche und machen so die vorderen Plätze unter sich aus.

Die Wurftechnik

Der Speerwurf zählt zu den schwierigsten Disziplinen der Leichtathletik. Der Sportler darf dabei einen kurzen Anlauf nehmen und muss dann den Speer aus dem Lauf heraus mit Schwung aus der Wurfhand werfen.

Dabei muss der Speer in der Mitte gegriffen werden (hier ist der Speer mit Stoff umwickelt) und die Speerspitze muss beim Wurf in Wurfrichtung zeigen. Beim Wurf ist der Wurfarm ist lang und das Körpergewicht lastet auf dem hinteren Bein. Anschließend verlagert man das Gewicht auf das andere, das „Stemmbein“, spannt den Unterarm an und wirft den Speer nur mit zwei Fingern balanciert schräg nach vorn. Der Speer muss mit der Spitze zuerst auf dem Boden aufkommen. Auch wenn er dabei nicht stecken bleibt, wird der Wurf trotzdem gewertet.

Dabei gibt es unterschiedliche Grifftechniken:

Die Daumenzeigefingergriff-Technik, bei der der Sportler den Stab nur mit Daumen und Zeigefinger führt, den Daumenmittelfingergriff, hier lenken Daumen- und Mittelfinger den Speer.

Beim Zangengriff wird der Wurf von Mittel- und Zeigefinger gelenkt. Wichtig ist, dass der Zeigefinger liegt aber immer hinter der Stoffumwicklung, alle anderen Finger auf der Stoffumwicklung liegen.