Stabhochsprung

Der Stabhochsprung ist eine der Sprungdisziplinen der Leichtathletik, bei der ein Sportler versucht, mit Hilfe eines Stabes so hoch wie möglich über eine Latte zu springen.

Geburtsstunde des Stabhochsprungs

Entwickelt wurde diese Sportart schon vor den alten Griechen. Nämlich auf der griechischen Mittelmeerinsel Kreta um etwa 2000 vor Christus. Bei Wettkämpfen schwangen sich hier junge Männer mit Hilfe von Stäben über Stiere hinweg, vor denen sie flüchten mussten, weil sie sie vorher geärgert hatten.

Aber auch bei den Kelten war das Springen über Hindernisse mit einem Stab bekannt. Seit dem 18. Jahrhundert gibt es in Deutschland Turnveranstaltungen mit Stabsprüngen. Kein Wunder also, dass das Stabhochspringen zu den ersten Sportarten bei den olympischen Spielen der Neuzeit 1896 gehört.

Bis 1940 benutze man zum Stabhochsprung noch Bambusstäbe. Für Frauen dauerte es über 100 Jahre bis sie 2000 zum ersten Mal ebenfalls bei den olympischen Spielen am Stabhochsprung teilnehmen durften.

Der Sprung

In der ersten Phase nimmt der Springer Anlauf. Er startet dabei entweder rechts (Rechtshänder) oder links (Linkshänder) von der Sprunganlage und steigert beim Laufen seine Geschwindigkeit immer mehr.

Dabei hält er den Stab mit beiden Händen seitlich vom Körper - je nachdem, ob der Sportler Rechts- oder Linkshänder ist, auf der rechten oder auf der linken Seite. Am schnellsten ist er kurz vor dem Absprung. Auf den letzten Metern seines Laufes hebt er das Stabende ruckartig über den Kopf, so dass das nach vorn gerichtete Ende sich plötzlich nach unten senkt. Der Stab „fällt“ so in den Einstichkasten. Kurz vor dem Absprung zieht er das Schwungbein in der so genannten C-Position an. Nun springt er ab und lässt sich vom Stab, der sich erst biegt und dann nach oben wieder streckt, mittragen. Dabei streckt er seine Füße nach oben, der Kopf ist weiter unten.

Beim Stabhochsprung nennt man das die L-Position. Wenn der Springer dann den höchsten Punkt erreicht hat, streckt er sich dreht er seinen Körper so, dass er mit dem Bauch über die Latte springt. Das ist der so genannte Drehumstütz. Dann stößt er sich vom Stab ab. Beim Übersprung ist es wichtig, die Latte nicht zu reißen, also sie zum Fallen zu bringen. Am besten, man versucht, sie gar nicht zu berühren. Damit das nicht passiert, rollt der Springer sich um die Latte herum. Dann landet er in den weichen Hochsprungkissen.

Sprungstrecke

Gesprungen wird mit Hilfe eines Sprungstabes. Dieser hat einen Durchmesser von ca. 5 cm, ist innen hohl und besteht aus einem Gemisch aus Kunstharz und Glasfaser oder auch Metall. Er ist extrem biegsam und richtet sich in seiner Länge nach dem Gewicht des jeweiligen Werfers.

Deswegen steht auf den Stäben zum Beispiel: 430/70. Der Stab besitzt also eine Länge von 4,30 Metern und ist für Sportler mit einem Gewicht von etwa 70 kg zugelassen. Allerdings sind diese Angaben nicht zwingend. Hochleistungsathleten benutzen zum Beispiel oft Stäbe, die für höhere Gewichtsklassen ausgelegt sind. Der Springer nimmt auf einer 45 Meter langen und 1,22 Meter breiten Bahn Anlauf.

Am Ende dieser Bahn stößt er mit seinem Stab in einen so genannten Einstichkasten. Damit er nach dem Sprung weich fällt, werden spezielle Stabhochsprungkissen aus dickem Schaumstoff ausgelegt.