Turnen

Ursprünglich meinte man mit Turnen ganz allgemein die sportliche Betätigung des Menschen. Heute fallen unter den Turnbegriff nur noch die Sportdisziplinen Geräteturnen, das Turnen mit dem Rhönrad, die Gymnastik, die rhythmische Sportgymnastik und das Trampolinturnen.

 

Geburtsstunde des Turnens

„Frisch, fromm, fröhlich, frei“ war 1811 das Motto Friedrich Ludwig Jahns, dem Erfinder des Turnens. Allerdings meinte man mit dem Begriff zu „Turnvater“ Jahns Zeiten noch alle möglichen sportlichen Leibesübungen wie das Wandern, das Skilaufen oder das Schwimmen.

Das Turnen, wie wir es heute kennen, hat eine lange Geschichte hinter sich: Für Jahn hatte Sport nämlich eine politische Bedeutung. Deutschland war damals von Napoleon und den Franzosen besetzt worden und war in viele kleine Splitterstaaten zerteilt.

Ludwig Jahn glaubte, dass man mithilfe des Turnens Schüler auf einen Befreiungskrieg vorbereiten könnte. Als 1819 ein Gegner von Jahns Turn-Theorie von einem Anhänger eines Turnerbundes ermordet wurde, wurde das öffentliche Turnen verboten. Aber die sportlichen Turnaktivitäten wurden aber zunächst heimlich und später wieder öffentlich im Schulunterricht fortgeführt, aber in Hallen verlegt. So entstand das eigentliche Hallenturnen und mit ihm das Geräteturnen. Die erste Turmhalle steht in Freyburg an der Unstrut im heutigen Sachsen-Anhalt.

Erst 1842 wurde das Verbot wieder aufgehoben und das Turnen sogar zum offiziellen Schulfach erklärt. Seit 1896 ist das Turnen – jetzt vor allem als Geräteturnen – olympisch, Frauen sind ab 1928 (dem ersten Jahr in dem Frauen an der Olympiade teilnehmen konnten) dabei.

Die Disziplinen

Das heutige Turnen umfasst unterschiedliche Übungen und Bewegungen, die an Gymnastik und Tanz erinnern, jedoch an bestimmten Turngeräten ausgeübt werden.

Heute meint man mit Turnen

das Geräteturnen,

das Turnen mit dem Rhönrad,

die Gymnastik,

die rhythmische Sportgymnastik und 

das Trampolinturnen.