Eiskunstlauf

Das Eiskunstlaufen ist neben dem Eisschnelllauf eine Form des Eislaufens. Dabei fährt der Läufer auf Schlittschuhen möglichst kunstvoll auf einer Eisfläche und vollführt dabei Sprünge, Pirouetten und Schritte zu ausgewählter Musik.

 

 

Geburtsstunde des Eiskunstlaufs

Der Eiskunstlauf gehört wie der Eisschnelllauf zu den Sportdisziplinen des Eislaufs. Die Geschichte des Eislaufes ist sehr alt. Schon 3000 vor Christus fuhren die Menschen auf Knochenstücken, die sie unter ihren Schuhen befestigt hatten. Weil die aber keine gerade Kante hatten, brauchte man noch einen Stock, um halbwegs in die Richtung zu laufen, in die man wollte. Richtig koordinierte Bewegungen entwickelten sich erst ab dem Mittelalter.

Denn ab dem 13. Jahrhundert gab es erstmals Schlittschuhe mit einer Art Eisen-Kufe, einem vertikalen Metallstück an der Schuhunterseite. Der Läufer konnte sich jetzt ohne Stock sicher über das Eis bewegen. Im 18. Jahrhundert entwickelte man dann mit einem neuen Schlittschuh, der nicht ganz gerade war, sondern sich wie eine leichte Kurve nach außen wölbte.

Der Vorteil an diesem Schlittschuh war, dass man mit auch Drehungen auf der Stelle (so genannte Pirouetten) machen konnte. 1742 wurde in Edinburgh der erste Eiskunstlaufverein der Welt gegründet. Wer ihm beitreten wollte, musste auf dem rechten und auf dem linken Bein einen geschlossenen Kreis laufen und über drei aufeinander gestellte Hüte springen.

Der erste Eiskunstläufer war der Amerikaner Jackson Haines. Er hatte kürzere Schlittschuhe mit Stahlkufen entwickelt und tanzte auf dem Eis Walzer. Weiterentwickelt wurde der Lauf durch seinen schwedischen Kollegen Ulrich Salchow. Der hatte Schlittschuhe, die an ihrer Vorderkante kleine Zähne hatten. So konnte man schneller bremsen oder die Richtung ändern.

Noch vor den ersten olympischen Winterspielen 1924 im französischen Chamonix gab 1908 in London bereits den ersten olympischen Eiskunstlaufwettbewerb.

Schlittschuh

Die Kufen der Schlittschuhe sind bis heute aus Stahl gefertigt und zwischen drei und vier Millimeter breit. Durch ihre Form, die eine leichte Kurve beschreiben, ist es möglich, Pirouetten zu drehen, zu Springen und kunstvolle Schritte zu machen.

Der Lauf

Beim Eiskunstlaufen gibt es die Disziplinen Herren- und Damen-Einzel, das Paarlaufen, das Eistanzen und Synchroneiskunstlauf. Die Eiskunstlaufregeln, die Ende des 19. Jahrhunderts aufgestellt wurde, wurden bei Wettkämpfen nur mit kleinen Abweichungen immer wieder übernommen.

Bis heute gelten also im Grunde die Regeln aus der Anfangszeit des Eiskunstlaufens. Besondere Elemente des Eiskunstlaufes sind die Sprünge (Dreiersprung; rückwärts abspringen, sich drehen und rückwärts landen (Salchow, Rittberger, Lutz und Flip), das mehrmalige Drehen in der Luft (Toeloop und Axel), die Pirouetten sowie die Verbindungssprünge zwischen den einzelnen Elementen.

Die Laufstrecke

Zuerst liefen die Menschen auf natürlichen Eisflächen, wie auf zugefrorenen Seen oder Flüssen. Erst später wurden auch künstliche Eisbahnen angelegt. Die erste entwickelte sich aus einer privaten kleinen Eisbahn in Wien um 1870.

Auch andere Großstädte zogen nach. So wurde die erste geplante öffentliche Kunsteisbahn 1876 in London eröffnet. Heutige Eiskunstlauf-Wettbewerbe werden auf einer 60 mal 30 Meter großen Eisbahn ausgetragen.

Rekorde im Eiskunstlauf

Der erfolgreichste olympische Eiskunstläufer ist der Norweger Gilles Grafström. Er gewann zwischen 1929 und 1932 3 Gold- und eine Silbermedaille.

Die erfolgreichsten Frauen die den olympischen Winterspielen sind die Norwegerin Sonja Henie (zwischen 1928 und 1939) und die Russin Irina Rodnina (zwischen 1972 und 1980). Beide gewannen drei Goldmedaillen.