Eisschnellauf

Der Eisschnelllauf gehört wie der Eiskunstlauf zu den Disziplinen des Eislaufens und im weiteren Sinne zu den Laufdisziplinen im Sport. Der Läufer versucht dabei mit Schlittschuhen auf einer Eisfläche eine Strecke in einer möglichst kurzen Zeit zurückzulegen.

 

 

Geburtsstunde des Eisschnelllaufs

Der Eisschnelllauf gehört wie der Eiskunstlauf zu den Sportdisziplinen des Eislaufs. Seine Geschichte ist sehr alt. Schon vor 5000 Jahren fuhren die Menschen auf Knochenstücken, die sie unter ihren Schuhen befestigt hatten, über natürliche Eisflächen wie zugefrorene Seen oder Flüsse.

Weil diese Knochen zwar auf die richtige Form zugeschnitzt wurden, aber keine gerade und harte Kante hatten, brauchte man noch zwei Stöcke, um auf dem Eis halbwegs sicher navigieren zu können. In Schweden kamen auch Holzschlittschuhe zum Einsatz. Richtige koordinierte Bewegungen waren aber erst ab dem 13. Jahrhundert möglich. Denn dann gab es erstmals Schlittschuhe mit einer Art Eisen-Kufe.

Der Läufer konnte sich nun ohne Stock sicher über das Eis bewegen und damit auch höhere Geschwindigkeiten erreichen. 1815 wurde in Berlin auf dem Spreekanal die erste öffentliche Eisbahn Deutschlands eröffnet. Die erste künstliche Eisbahn wurde 1876 im Londoner Stadtteil Chelsea eröffnet: Das Glacarium. In Deutschland wurde die erste Kunsteisbahn 1881 in Frankfurt eröffnet. Hier war zwanzig Jahre vorher auch der erste deutsche Eislaufverein gegründet worden.

Und 1891 fand dann auch die erste Weltmeisterschaft im Eisschnelllaufen in Amsterdam statt. Bei den ersten olympischen Winterspielen 1924 im französischen Chamonix war dementsprechend auch das Eisschnelllaufen eine feste Wettkampfdisziplin.

Schlittschuh

Das wichtigste beim Eisschnelllaufen ist ein guter Schlittschuh. Die sind mit etwa 45cm länger als die Kufen beim Eiskunstlauf – und ganz gerade. Nur die Spitze ist abgerundet und das Ende fällt nach unten ab. Die Schnürschuhe bestehen aus bis zu den Knöcheln reichendem Leder.

Seit Anfang der 1990er Jahre gibt es außerdem den Klappschlittschuh. Bei diesem Schlittschuh ist die vordere der beiden Kufenhalterungen durch ein Gelenk beweglich. Die Kufe bleibt dadurch die ganze Zeit auf dem Eis, auch wenn der Läufer seine Ferse schon anhebt, um sich abzustoßen. Mittlerweile hat sich dieser Schlittschuhtyp im Profibereich durchgesetzt.

Lauf

Anders als beim Eiskunstlauf oder Eishockey stößt sich der Sportler beim Laufen nicht nach hinten, sondern zur Seite ab. Dabei setzt die Kufe immer komplett auf das Eis und rollt den Fuß nicht ab, wie beim Laufen.

Der Läufer geht in die Hocke und macht einen Buckel. Das hat den Vorteil, dass er schneller in die Kurven fahren kann, zum anderen ist der Luftwiderstand geringer. Außerdem nimmt der Läufer seine Arme zum Schwungholen zu Hilfe.

In Kurven „übersetzt“ der Läufer dann sein kurveninneres (meist linkes) Bein hinter das kurvenäußere Bein, damit die Fliegkraft ihn nicht aus der Kurve trägt.

Die Laufstrecke

Die Eislaufbahn ist eine 400 Meter lange ovale Strecke, die in ihrer Form der Laufbahn in der Leichtathletik ähnelt. Meist laufen nur zwei Sportler nebeneinander, Außnahmen sind die Staffelläufe.

Die Wettkampfstrecken für Erwachsene liegen bei 100, 500, 1000, 1500, 3000, 5000 und 10.000m.

Für Kinder und Jugendliche sind die Strecken in den Nachwuchswettbewerben kürzer. Hier gibt es die Streckenlängen 100, 200, 300, 500 und 700m.

Rekorde im Eisschnelllauf

Der erfolgreichste Eisschnellläufer auf 500m ist der Niederländer Erben Wennemars. Er lief die Strecke in 34,68 Sekunden, seine Kollegin Ciny Klassen aus Kanada lief diese Strecke in der Bestzeit für Frauen: 37,51 Sekunden.

Auf 1500 Meter lief der Kanadier Danny Morrison mit 1 Minute 42,01 Sekunden am schnellsten. Bei den Frauen war ebenfalls Ciny Klassen mit 1 Minute 51,79 Sekunden die schnellste. Die 10000 Meter lief der Niederländer Sven Kramer mit 12 Minuten 41,69 Sekunden am schnellsten.

Bei den Damen lief Martina Sáblíková auf der 5000m-Strecke am schnellsten: 6 Minuten und 45,61 Sekunden brauchte die Tschechin nur.