Langstrecke (Leichtathletik)

Läufe über 2000 Metern werden in der Leichathletik als Langstreckenläufe bezeichnet. Der Läufer muss über eine sehr gute Kondition verfügen. Das Langstreckenlaufen zählt damit zu den klassischen Ausdauersportarten.

 

 

Geburtsstunde des Langstreckenlaufs

Wie alle Laufarten zählt auch der Langstreckenlauf zu den ältesten Disziplinen der Leichathletik. Bereits die alten Griechen zählen diese Sportart bei den Olympischen Spielen der Antike zu ihren wichtigsten Disziplinen.

Der berühmteste Langstreckenlauf, der Marathon, hat einen historischen Hintergrund: Der griechische Geschichtsschreiber Plutarch berichtet, dass nach der siegreichen Schlacht der Athener bei Marathon um 490 v.Chr. ein Soldat nach Athen gerannt sei, um dort zu verkünden „Freut Euch, wir haben gesiegt!“ um daraufhin tot vor Erschöpfung zusammenzubrechen.

Die Distanz zwischen antiken Marathon und Athen betrug 42,195 Kilometer – die heutige Marathonlänge. Klar dass diese Disziplin seit der Wiederbelebung der Olympischen Spiele 1896 fest zu den Olympischen Spielen gehört. Für Frauen wurde Marathonlauf allerdings erst 1984 zugelassen.

Der Lauf

Der Langstreckenläufer startet im Stehen, also aus dem Hochstart. Der Läufer setzt beim Laufen die komplette Fußsohle gleichzeitig auf dem Boden ab und rollt dann leicht ab (Mittelfußlauf) oder er prallt erst mit der Ferse auf den Boden und rollt dann nach vorne ab (Fersenlauf).

Während des Laufens braucht der Sportler sehr viel Sauerstoff, den er durch die Atmung aufnimmt. Auch Fettreserven werden schon nach wenigen Minuten in Energie umgewandelt. Wer allerdings wirklich durch Langstreckenlaufen abnehmen will, der muss längere Zeit laufen.

Der Körper zieht nämlich erst nach über einer Stunde seine Laufenergie nur noch aus den körpereigenen Fettreserven. Bis dahin verbraucht der Körper zusätzlich Energie, die in den Muskeln gespeichert ist, in Form der Glykogenspeichern: Diese werden aus Kohlenhydraten, die mit der Nahrung aufgenommen werden, in der Muskulatur gebildet. Mit ihrer Hilfe können sich Muskeln zusammenziehen bzw. kontrahieren. Für die Aktivierung der Glykogene braucht der Körper den oben angesprochenen Sauerstoff.

In der Sportmedizin spricht man darum auch von aeroben (Lateinisch für Luft, also Sauerstoff) Sport.

Die Strecke

Die wenigsten Langstreckenläufe finden in einer Halle oder einem Stadion statt (Bahnläufe). Zu ihnen zählen die olympischen Disziplinen der 5000 (zwölfeinhalb Stadionrunden) und der 10.000 Meter-Lauf (25 Stadionrunden).

Daneben gibt es auch noch den 3000-Meter-Lauf, der aber heute nicht mehr zu den olympischen Sportarten zählt. Die meisten Langstreckenläufe sind die Straßenläufe. Sie gehen über Distanzen von 10, 15 und 20 Kilometern. Die bekanntesten Langstreckenläufe sind jedoch der Halbmarathon (21,09 Kilometer) und der Marathon.

Länger als der Marathon sind nur die so genannten Ultramarathons. Der längste Ultramarathon überhaupt war der Transeuropalauf von 2003. Das war ein Etappenlauf, der durch nächtliche Pausenzeiten unterbrochen war, und von Lissabon bis Moskau führte (alles in allem etwa 5036 Kilometer!).

Der längste Ultramarathon ohne Pause ist der Spartathlon mit 247 Kilometern Länge, der in maximal 36 Stunden gelaufen werden muss.